Der Schützenplatz

Der Mitbegründer des Vereins, Heinrich Wehrenberg, hatte dem Verein auf seinem „Krusenberg“ einen Festplatz zur Verfügung gestellt. Unter den hohen Buchen war dort eine Schießhalle errichtet worden. Es bereitete stets große Mühe, die Karussells, Buden und die Festzelte den steilen Weg zum Festplatz hinaufzuschaffen. Sechs Pferde wurden vor den Wagen gespannt, trotzdem mussten auch die Schützen meistens noch kräftig mit anpacken.

Es ist soweit - Barrien feiert zum ersten Mal Schützenfest

Erst im August 1919 konnte in Barrien das erste Schützenfest gefeiert werden. Gefeiert wurde damals noch am Sonntag und Montag auf dem „Krusenberg“, wo Zelte, Karussells und Glücksbuden aufgestellt wurden.

Die Syker Zeitung schrieb dazu:

Auf den Schießständen wurde unter großem Andrang bis zum Dunkelwerden geschossen. Der Schützenverein hat in Anerkennenswerter Weise dem Kriegerverein einen Stand abgetreten, auf dem mit dem Gewehrmodell 71 gute Treffer erzielt wurden. Der Besuch am Abend im Tanzzelte übertraf alle Erwartungen. Am zweiten Tag hielt der Verein sein Königsschießen ab. Schützenkönig wurde mit 20 Ringen (1 Schuss) Schütze Heinrich Dunekacke, Barrien-Heide. Auch die Jugend musste ihren König ausschießen. König der Jugend wurde Hermann Seevers. Nach Beendigung des Schießens wurde der neue König ins Zelt geholt, wo ihm unter Ansprache seine Königskette überreicht wurde.“

Im Jahr 1927 musste die Schützenhalle mit großem finanziellem Aufwand und hohem Arbeitseinsatz der Schützen repariert und ausgebaut werden. In Anbetracht des bis 1935 laufenden Pachtvertrages eine vertretbare Entscheidung.

Aber in den Jahren 1934/1935 bahnte sich die Wende an. Während dieser Zeit hatte der Schützenverein beschlossen, dass der Pachtvertrag mit Heinrich Wehrenberg nicht verlängert werden sollte. Schon 1934, als das 20 jährige Bestehen gefeiert werden sollte, hieß es bei der Jahreshauptversammlung: „Falls keine Einigung zustande kommen sollte, sollte mit Hollwedel, welcher den Platz zur Verfügung stellte und zwar an der Sudweyher Straße, sofort in Verbindung getreten werden. Die Vorstände des Krieger- und Schützenvereins werden am kommenden Sonntag gemeinsam die Angelegenheit regeln.“

Aber Wehrenberg gab nicht einfach auf. Noch 1935 zeigte er sich bereit, den alten Platz für weitere 20 Jahre zur Verfügung zu stellen. Aber da war es wohl zu schon spät. Bei einer gemeinsamen Versammlung des Krieger- und Schützenvereins, an der 98 Mitglieder beider Vereine teilnahmen, trug der Kriegervereinsvorsitzende Fritz Behr noch einmal alle Argumente zusammen und ließ danach geheim abstimmen. Ergebnis: 92 Stimmen für Hollwedel, 5 für Wehrenberg, eine Stimme war ungültig.

Und die Schützen hatten auch schon Nägel mit Köpfen gemacht. Ludwig Löhmann hatte bereits einen Kostenvoranschlag für den Bau der neuen Schützenhalle unterbreitet, der sich auf 1.700,00 Mark belief. So wurde auch beschlossen, sofort mit dem Bau zu beginnen. Die Oberaufsicht beim Bau wurde Heinrich Holling übertragen und die Finanzierung sollte mit Anteilsscheine geregelt werden, die spätestens nach zehn Jahren zurück gezahlt werden sollten.

Am 28. März 1935 berichtete die Syker Zeitung über die Arbeiten:

„Die Arbeiten an der Herstellung eines neuen Schützenplatzes an der Sudweyher Straße machen gute Fortschritte. Täglich sind etwa 20 Mitglieder des Schützen- und Kriegervereins dabei, um die Erdarbeiten zu erledigen. Auch sonstige Baumaterialien sind bereits angefahren worden, so daß mit einer baldigen Fertigstellung der Schießstände zu rechnen ist.“

Am Himmelsfahrtstage 1935 wurde der Platz offiziell eingeweiht. Auch darüber informiert die Zeitung mit folgendem Hinweis:

Der Platz, insbesondere aber die Schießanlage, wurde als vorbildlich bezeichnet. Vier Kleinkalieberstände und vier 100-Meter-Stände sind nun vorhanden, wo jeder dem Schießsport huldigen kann.“

Ganz besonders hatte sich natürlich der Vereinsvorsitzende Heinrich Holling beim Platzbau an der Sudweyher Straße engagiert. Als nun aber am 07. und 08. Juli 1935 zum ersten Mal dort das Schützenfest gefeiert werden sollte war er leider verhindert. Er feierte am 07. Juli seine Silberhochzeit, bei der ihm seine Schützenbrüder aber eine ganz besondere Überraschung bereiteten. So jedenfalls wusste die Syker Zeitung zu berichten. Dort erfahren wir auch, dass Heinrich Holling am zweiten Festtag die Proklamation vornahm: August Gerke hatte den Meisterschuss abgegeben; Heiz Hüneke war Jungschützenkönig geworden.

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